Was bleibt am Ende dieser Spielzeit? (Saisonrückblick der D1-Junioren des FSV Martinroda)

Was bleibt am Ende dieser Spielzeit?
(Saisonrückblick der D1-Junioren des FSV Martinroda)

Im Ausklang der Saison stellt sich nicht nur für die interessierten Anhänger der 2005er Jahrgangsmannschaft des FSV Martinroda die Frage, ob damit aktuell der Zenit der sportlichen und mannschaftlichen Entwicklung erreicht ist. Rein statistisch ist dem zuzugeben, dass nach einem Verbandsliga-Bronzeplatz in der Halle, dem Verbandsliga-Staffelsieg unter Freiluftbedingungen, dem gewonnenen Landespokalfinale und einem grandiosen Vizelandesmeister, erspielt im Turnier der Staffelsieger/Zweitplatzierten um den Verbandsligameistertitel 2017/18 auf Landesebene kaum noch Luft nach oben ist.

Was bleibt am Ende dieser Spielzeit?

(Saisonrückblick der D1-Junioren des FSV Martinroda)

Im Ausklang der Saison stellt sich nicht nur für die interessierten Anhänger der 2005er Jahrgangsmannschaft des FSV Martinroda die Frage, ob damit aktuell der Zenit der sportlichen und mannschaftlichen Entwicklung erreicht ist. Rein statistisch ist dem zuzugeben, dass nach einem Verbandsliga-Bronzeplatz in der Halle, dem Verbandsliga-Staffelsieg unter Freiluftbedingungen, dem gewonnenen Landespokalfinale und einem grandiosen Vizelandesmeister, erspielt im Turnier der Staffelsieger/Zweitplatzierten um den Verbandsligameistertitel 2017/18 auf Landesebene kaum noch Luft nach oben ist.
Umso ernüchternder ist deshalb das formale Saisonergebnis, dass diese Truppe, die als FSV Nachwuchs-Mannschaft ohne älteren Wegbereiter erstmals die Farben unseres Vereins in die Verbandsliga trug, in der Spielzeit 2018/19 in der Kreisliga gekickt hätte. Hier gab es keine Möglichkeit der Verständigung zwischen Thüringer Fußball Verband und Verein/Mannschaft, um im Interesse der Entwicklung der Jungs einen Spielbetrieb auf Verbandsliganiveau in der kommenden Saison zuzulassen. Ähnliche Ablehnung fand ein Antrag unseres Landespokalfinalgegners, der SV Elektro-Keramik Veilsdorf, den Austragungsort des Finales an einen anderen Spielort als Weimar zu verlegen. Es ist schwer nachzuvollziehen, dass dieses Finale für 11/12jährige Spielerkinder an einem Mittwoch um 18.00 Uhr in Weimar ausgespielt werden muss. Inklusive Verlängerung und 9-m-Schießen könnte hier eine Bruttospielzeit für 11/12jährige Spielerkinder von über 2 Stunden zusammenkommen. Mit Siegerehrung und Rückreise wären sie dann gegen 22.00 Uhr wieder zu hause, die Veilsdorfer Kicker gegen 23.00 Uhr. Hier gehen gewollte und gewohnte Abläufe über das Interesse der Spielerkinder, die sich dieses Finale ja verdient haben. Ob das noch Nachwuchsförderung im eigentlichen Sinne ist, muss jeder selbst für sich beantworten.
In umgekehrter Situation befand sich der SV Germania Ilmenau (dessen aktuelle C-Junioren in der Kreisoberliga ein Aufstiegsrecht in die Verbandsliga erspielten, aber in der Spielzeit 2018/19 zu alt für dessen Wahrnehmung sind), in dem unsere Jungs ab dem 01.07.2018 für ein Jahr eine neue sportliche Heimat fanden. So kann für beide Vereine das fußballerische Wettkampf-Niveau/die Klasse auf Landesebene gehalten werden. In Zeiten des Nachwuchsmangels werden künftig derartige Kooperationen immer mehr auf die Tagesordnung treten.
Aber auch vor der aktuellen Situation wurde die im kommenden Jahr ihr 10jähriges Jubiläum feiernde Mannschaft immer wieder durch auswärtige Spielerkinder verstärkt. Angezogen wurden diese durch das Ausbildungsniveau und die mannschaftliche Leistungsfähigkeit. Nach Siegen bei Kreisjugendspielen und Kreispokal der G-Junioren 2011/2012 (damals noch im Turnierbetrieb) haben spätestens mit der Aufnahme des Punktspielbetriebs in der Saison 2012/13 eintretenden Erfolge und deren Regelmäßigkeit eine Truppe zusammen- und darstellen geholfen, die für einen in einer 800-Einwohner-Gemeinde beheimateten 200-Mitglieder-Verein außerordentlich ist. Ausgangs dieser Saison ist es für die 2005er Jahrgangsmannschaft der fünfte Pokalsieg in Folge (seit der Saison 2013/14 haben die Jungs ununterbrochen in der jeweiligen Altersklasse den Kreispokalsieger gestellt). Gleiches gilt für den jährlichen Kreismeister seit der Saison 2013/14 (einer in der Kreisliga, drei nacheinander folgend in der Kreisoberliga) und einen erstmaligen Vizelandesmeister im Nachwuchsbereich für den FSV Martinroda.
Ebenso Vizemeister wurde die erste Seniorenmannschaft und die Traditionsmannschaft (AH Ü40) wurde gar Landesprimus. Betrachtet man dies ganzheitlich, erkennt man unschwer, wie verzahnt alle Altersbereiche im Verein zusammengehen, wie wechselseitige Synergien (Vorbildwirkung) eine ganze Gemeinde und damit ein Sozialumfeld beeinflussen.
Fünf Jahre nacheinander maßstabgebend in Sachen Thüringer Nachwuchsfußball zu sein, ist für alle mannschaftlichen Akteure, die Eltern und Verwandten und v. a. den Verein, immer wieder Ausdruck, dass sich das sportliche und menschliche Engagement in die Jungs mehr als lohnt. Es erfüllt uns alle mit Stolz und Anerkennung, dieses Niveau erreicht und über die Jahre gehalten zu haben.
Dennoch steht die Mannschaft in der kommenden Saison vor Ihren größten Herausforderungen seit der Gründung. Das über Jahre gewachsene hohe technische und spielerisch-athletische Niveau, faktisch über diesen Zeitraum ausgebildete Stammpositionen des jeweiligen Spielerkindes, Laufweg- und Spielzugverständnis, Spezialisierung/Torwarttraining hat uns regelmäßig seit Einstieg in den Ligabetrieb den Torschützenkönig (die besten Offensivwerte) und die besten Defensivwerte der jeweiligen Liga (Gegentore) erbracht, was die Tordifferenzen der jeweiligen Saison entsprechend wiedergeben. Die aktuelle Meisterschaftssaison beenden wir mit 56 von 66 Punkten, einer Tordifferenz von 102 zu unseren Gunsten (127:25), dem im Vergleich der Zweitplatzierte mit 48 Punkten und 60 Toren (91:31) nachfolgt. Unser Dan Bartholome ist mit 49 Zählern diesjähriger Torschützenkönig (aller drei Nachwuchsstaffeln) geworden und liegt damit locker auf dem Niveau der Jungs aus den Leistungszentren (Zweiter mit 42 Zählern ein Sportfreund des FC RWE 1 in Staffel 3), was auch wieder eine Bestätigung der Güte unserer Nachwuchsarbeit ist. Diese Verbundenheit zwischen Mannschaft und Verein ist auch Grundlage der Heimstärke, die sich in einer verlustpunktfreien Serie von Pflicht-Heimspielen von 22.11.2014 bis 30.Mai 2018 in oberklassigem Spielbetrieb zeigte.
Der mannschaftliche Zusammenhalt der Jungs, die in den regelmäßigen Trainingslagern auch Anknüpfungs- und Berührungspunkte außerhalb des Fußballs haben, der sich in Schule und Freizeit fortsetzt, sucht seinesgleichen und Spielerkinder mit ausländischen Wurzeln sind fest in der Mannschaft integriert, so das charakterliche Prägung und soziale Kompetenzen in der Ausbildung der Jungs auch nicht zu kurz kommen. Hier haben sich schon „Typen“ gefunden, die dieser Mannschaft ein individuelles Gepräge, aber auch Erscheinungsbild geben.
Im Nachgang betrachtet war die erste Spielzeit einer Martinrodaer Nachwuchsmannschaft auf Landesniveau für uns Erfahrung und Erlebnis zugleich. Die sportliche Auseinandersetzung mit dem Nachwuchs der Landesgrößen, wie RWE und FCC, die so mögliche Einordnung der Wertigkeit der hiesigen Nachwuchsarbeit und des Kaders, das Kennenlernen von Spielstätten außerhalb des Kreises und des KFA-Bezirkes mit den dortigen Strukturen und was uns als Mannschaft von Verein und Andreas Hergert in Person immer wieder an sachlicher Unterstützung geboten wird, hat geholfen, eine realistische, aber durchaus selbstbewusste Sichtweise auf den Thüringer Nachwuchsfußball zu entwickeln. Die Jungs haben die hohen sportlichen Herausforderungen bravourös gemeistert und gezeigt, dass das mannschaftliche und vereinsseitige Potential sich nicht zu verstecken braucht.
Glückwunsch an die Truppe und zugleich Dank an alle, für die gewährte Unterstützung. Wir sind gespannt, was die Zukunft für die Mannschaft bringt. Auch in der kommenden Saison werden wir in der Kooperation mit Germania Ilmenau das Leistungsniveau zu halten versuchen, und würden uns weiter über treue Anhängerschaft und entsprechende Unterstützung freuen.

Thomas Geier
Betreuer D1-Junioren FSV Martinroda