SpVgg Geratal 3 - 1 FSV Martinroda
Samstag 07.04.18 - 17:00 Uhr20. Spieltag Thüringen Liga

Spielbericht

Geraberg. „Mir war klar, dass wir irgendwann auch einmal wieder verlieren. Dass es ausgerechnet im Derby passieren musste, war eher ungünstig. Dennoch: Wir bleiben vor Geraberg auf Platz zwei und werden aus dieser Partie unsere Schlüsse ziehen.“ Martinrodas Trainer Robert Fischer verpackte seine Enttäuschung nach dem doch etwas überraschenden 1:3-Niederlage seiner Männer bei der SpVgg. Geratal sehr diplomatisch in Watte. Einen Vorwurf wollte er keinem seiner Spieler machen, auch wenn schon ein paar Pfeiler der Niederlage auszumachen waren. Martinroda reiste die gerade einmal vier Kilometer herüber nach Geraberg nach sechs Siegen in Folge, als Favorit an. Die erwartet breite Brust der „Jugendbrigade“ wich aber schon einiger Nervosität. Die wurde dann auch noch verstärkt durch den frühen Führungstreffer der Gastgeber. Nach Bischofs langem Pass auf Thorwarth, setzte dieser sich an der rechten Strafraumkante gegen Langhammer durch und lupfte unhaltbar über FSV-Keeper Bach zum 1:0 ein (12.). „Bei diesen Tor war im Ansatz schon alles schief gegangen. Beim Pass, der Abwehraktion und auch dem Heber. Aber ein Knackpunkt war das nicht. Es war ja noch genügend Zeit. Aber wir haben nie den sonst gewohnten Zug zum Tor gefunden“, so Martinrodas Keeper Sebastian Bach. Die Gäste waren dennoch am Drücker. Nur kurz nach dem Tor, als Griebel etwas überhastet freistehend übers Tor zog (16.) oder besonders beim Schrägschuss Sulimans, bei dem Geratals Keeper Kott schön durch die Luft flog, ab
machtlos gewesen wäre, hätte der Syrer nur Zentimeter tiefer anvisiert (31.). Wäre da der Ausgleich gelungen, es wäre spannender verlaufen. Insgesamt war von Martinroda im Vergleich zum Nordhausen-Spiel wenig zu sehen. Ob es am tiefen Geläuf lag? Entscheidender war eher der fehlende Biss, kämpferische Einsatz, der bedingungslose Wille. Sebastian Bach: „Ich weiß auch nicht warum das so kurz kam…“
Nach dem Wechsel forcierten die Gerataler ihre Bemühungen. enorm, Deren auch taktischer Schachzug, statt Freitag auf Kunstrasen und unter Flutlicht, Sonnabend am Vorabend auf weiches Naturgrün auszuweichen, Erfolg versprach. Die zuletzt so ineffektiven Geraberger hatten durch Kühne zwar zunächst einen dicken Riesen ausgelassen (54.), dann ließ nach einem weiten Abschlag Kotts Hucke den Ball durch, den Mantlik erlief und Bach noch austanzend aus spitzem Winkel einschob – 2:0 (74.). Was gegen Meuselwitz oder Schweina fehlte, klappte nun. Fünf Minuten vor dem Ende zirkelte Paradies eine Freistoß auf Thorwarth, dessen Kopfball aus 17 Metern am Tor vorbei gezischt wäre, wenn nicht Blaschczok im Klärungsversuch dazwischen gehalten hätte und die Kugel unhaltbar an die Lattenunterkante und ins Tor zum 3:0 befördert hätte (84.). „Das war unglücklich,die ersten beiden Tore waren schlimmer“, so FSV-Coach Robert Fischer. Die Ehrenrettung, die Suliman zuvor noch vergab, gelang in der Schlussminute Six, der halbrechts von Keiner und Bischof attackiert zum 3:1 abzog (89.). Das zehnte Thüringenliga-Derby beider Teams ging bei 23 Grad und Kaiserwetter vor 423 Zuschauern verdient an Geratal. Es war im insgesamt 18. Spiel gegeneinander der neunte Sieg der Spielvereinigung Geschwenda/ Geraberg. Seit 20. März 2015 gab es nun auch zum dritten Mal in Folge in Geraberg keinen Martinrodaer Sieg. Geratals Trainer Tobias Huck: „Ich bin stolz auf meine Männer, wie sie dieses Derby so überzeugend und verdient gewonnen haben und dabei den Einsatz gezeigt haben, der zuletzt so sehr verloren ging. Diesmal war es so wie ich mir das immer wünsche – richtig stark!“

René Röder